Sheabutter
Sheabutter wird aus den Mandeln der Früchte des Karitébaums gewonnen, Vitellaria paradoxa, der wild in einem Savannengürtel vom Senegal bis nach Uganda wächst. Angebaut wird er nicht in Plantagen: Die Bäume werden dort genutzt, wo sie stehen, und Ernte wie Verarbeitung liegen überwiegend in den Händen von Frauen — was die Bedeutung der Sheabutter im fairen Handel erklärt.
Die Früchte werden geerntet und entpulpt, die Nüsse getrocknet und aufgebrochen, um die Mandel freizulegen. Danach gibt es zwei Wege. Das traditionelle Verfahren mit Mahlen, Kneten in Wasser und Absetzen ergibt eine unraffinierte Butter von elfenbeinfarbenem bis gelblichem Ton, mit einem deutlich wahrnehmbaren, nussig-rauchigen Geruch. Die industrielle Gewinnung — mechanisch oder mit Lösungsmittel, gefolgt von einer Raffination — ergibt eine weisse, geruchsneutrale Butter, die sich in Formulierungen unauffälliger verhält, dafür aber an Unverseifbarem verliert.
Zusammensetzung und Textur
Die Fettfraktion verbindet Stearinsäure und Ölsäure in ähnlichen Anteilen, dazu kommt ein geringerer Anteil Linolsäure. Dieses Verhältnis zwischen einer gesättigten und einer ungesättigten Fettsäure erklärt die besondere Konsistenz: bei Raumtemperatur fest, schmilzt Sheabutter zwischen 32 und 38 °C, also bereits bei Hautkontakt.
Ihr Kennzeichen ist vor allem der Gehalt an Unverseifbarem: je nach Herkunft und Gewinnung 3 bis 10 % — für ein pflanzliches Fett viel. Zu dieser Fraktion gehören Triterpene, Karitene und Tocopherole. Sie geht bei der Raffination weitgehend verloren.
Das Hautgefühl ist reichhaltig und deckend, fettiger als bei flüssigen Pflanzenölen. Unraffinierte Sheabutter wird körnig, wenn sie Temperaturschwankungen ausgesetzt war: Die Fettsäuren kristallisieren zu Griesskörnern um. Ein Verderben zeigt das nicht an — Erwärmen im Wasserbad und rasches Abkühlen stellen die glatte Textur wieder her.
Anwendung in der Kosmetik
Sheabutter wird pur oder als Fettphase verarbeitet. Sie findet sich in der Körperpflege, der Handpflege, der Lippenpflege und der Gesichtspflege ebenso wie in der Haarpflege, besonders für lockiges und krauses Haar.
In der Kaltverseifung liegt sie zwischen den harten Fetten und den weichen Ölen. Zu 10 bis 25 % der Fettphase zugesetzt, trägt sie zur Festigkeit der Seife bei, ohne sie brüchig zu machen. Der Anteil an Unverseifbarem mindert allerdings den Schaum: Üblich ist die Kombination mit stärker schäumenden Ölen.
Für die Eigenherstellung lässt sie sich mit Basiszutaten und Hydrolaten verarbeiten. Geschmolzen und beim Abkühlen aufgeschlagen ergibt sie eine luftige Whipped Butter.
Unraffiniert oder raffiniert
Die Wahl richtet sich nach dem Zweck. Unraffinierte Sheabutter behält Geruch, Farbe und den grössten Teil des Unverseifbaren; sie eignet sich für einfache Zubereitungen, bei denen der Eigengeruch nicht stört. Raffinierte Sheabutter ist geruchs- und farbneutral und fügt sich besser in parfümierte oder für das Gesicht bestimmte Formulierungen ein — zum Preis einer ärmeren Zusammensetzung.
Ein Hinweis wie «unraffiniert» oder «roh» auf dem Etikett, zusammen mit elfenbeinfarbenem Ton und wahrnehmbarem Geruch, deutet auf eine wenig verarbeitete Butter hin.
Aufbewahrung
Der überwiegende Anteil gesättigter Fettsäuren macht Sheabutter lagerstabil. In verschlossenem Gefäss, vor Wärme und Licht geschützt, hält sie üblicherweise achtzehn bis vierundzwanzig Monate. Sie muss nicht gekühlt werden — Temperaturwechsel begünstigen im Gegenteil die Griessbildung.
Häufige Fragen
Woher stammt Sheabutter?
Aus den Mandeln von Vitellaria paradoxa, einem Baum der westafrikanischen Savanne vom Senegal bis Uganda. Ernte und Verarbeitung liegen überwiegend bei Frauen.
Was unterscheidet unraffinierte von raffinierter Sheabutter?
Die unraffinierte behält Farbe, Geruch und Unverseifbares. Die raffinierte ist weiss und geruchsneutral, in der Formulierung unauffälliger, dafür ärmer.
Warum ist meine Sheabutter körnig?
Die Fettsäuren kristallisieren nach Temperaturschwankungen um. Das ist kein Verderben: Wasserbad und rasches Abkühlen machen die Textur wieder glatt.
Schmilzt sie leicht?
Der Schmelzpunkt liegt zwischen 32 und 38 °C, also bei Hautkontakt.
Welcher Anteil in der Seifenherstellung?
Üblich sind 10 bis 25 % der Fettphase. Darüber hinaus wird der Schaum schwach.
Wie wird sie aufbewahrt?
In verschlossenem Gefäss bei Raumtemperatur, vor Licht geschützt. Achtzehn bis vierundzwanzig Monate. Nicht in den Kühlschrank.
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