Glimmer
Glimmer, im Handel meist Mica genannt, bezeichnet eine Gruppe von Silikatmineralen mit blättriger Struktur. Die INCI lautet Mica; auch die Farbstoffnummer CI 77019 steht dafür.
Diese blättrige Struktur macht seinen ganzen Reiz aus: Das Mineral spaltet sich in äusserst feine, biegsame und durchscheinende Blättchen, die Licht reflektieren statt es zu schlucken. Dieses Spiel übereinanderliegender Reflexionen erzeugt den Perlmutteffekt.
In der Kosmetik wird vor allem Muskovit verwendet, ein heller Glimmer. Die Lagerstätten liegen in Indien — namentlich im Bundesstaat Jharkhand —, in Madagaskar, China, Brasilien und den USA.
Glimmer pur und beschichtet
Diese Unterscheidung erklärt die Vielfalt der erzielten Effekte.
Reiner Glimmer ist durchscheinend und ergibt einen dezenten Satinglanz, weiss bis leicht goldfarben je nach Feinheit der Partikel.
Beschichteter Glimmer trägt eine Schicht aus Titandioxid, Eisenoxid oder Zinnoxid. Diese Schicht erzeugt optische Interferenzen und damit kräftige, changierende Farben. In INCI-Listen liest sich das als Aufzählung: Mica, Titanium Dioxide (CI 77891) oder Mica, Iron Oxides (CI 77491).
Die Dicke der Beschichtung bestimmt die wahrgenommene Farbe, nach demselben Prinzip wie bei einer Seifenblase. So lassen sich aus einem farblosen Mineral blaue, grüne oder rote Reflexe gewinnen.
Auch die Korngrösse zählt: Feine Partikel ergeben einen diffusen Satinglanz, grobe ein sichtbares Funkeln.
Die Frage der Kinderarbeit
Das ist das wichtigste mit diesem Rohstoff verbundene Thema, und es verdient eine klare Darstellung.
Ein erheblicher Teil des weltweiten Glimmers stammt aus handwerklichen Minen im Nordosten Indiens, wo der Abbau ausserhalb jedes regulierten Rahmens erfolgt. Mehrere Untersuchungen und NGO-Berichte haben dort Kinderarbeit sowie stark mangelhafte Sicherheitsbedingungen dokumentiert.
Die Kosmetikbranche hat darauf reagiert, unter anderem mit einer Brancheninitiative für die Rückverfolgbarkeit der Lieferketten und die Verbesserung der Bedingungen vor Ort. Der Ansatz besteht meist darin, die Lieferkette zu sanieren statt sie zu verlassen — ein abrupter Rückzug würde den betroffenen Gemeinschaften das Einkommen entziehen, ohne das Problem zu lösen.
Konkret dokumentiert eine Marke, der dieses Thema wichtig ist, die Herkunft ihres Glimmers, nennt ihre Lieferanten oder Zertifizierungen, oder verwendet synthetischen Glimmer.
Synthetischer Glimmer
Das ist die am schnellsten wachsende Alternative.
Synthetischer Glimmer — INCI Synthetic Fluorphlogopite — wird im Labor durch Schmelzen von Mineralen hergestellt. Seine Zusammensetzung ähnelt jener des natürlichen Glimmers, doch er ist reiner, gleichmässiger, glänzender und weisser, ohne die metallischen Verunreinigungen des abgebauten Erzes.
Er ist auch teurer. Seine INCI ist eigenständig: Synthetic Fluorphlogopite in einer Liste weist auf Laborglimmer hin, ohne Bezug zum Bergbau.
Anwendung in der Kosmetik
Glimmer steckt in einem grossen Teil des Make-ups: Puder, Lidschatten, Lippenstifte, Lipgloss, Highlighter und Foundations.
Er dient auch als Texturgeber in mancher Gesichtspflege, wo seine blättrige Struktur ein gleitendes Gefühl und einen weichzeichnenden Effekt erzeugt.
Man findet ihn in Seifen und in Badebomben mit Perlmutteffekt, wo er färbt, ohne den Schaum zu tönen.
Für die Eigenherstellung wird er in der Fettphase dispergiert oder trocken in Puder eingearbeitet, zusammen mit Basiszutaten. Zu beachten: Ein kosmetischer Glimmer ist nicht zwingend für Lippen oder Augenpartie zugelassen — für diese Zonen gelten eigene Einschränkungen, und die Kennzeichnung des Lieferanten ist zu prüfen.
Vorsichtsmassnahmen
Als sehr feines Pulver kann Glimmer bei der Handhabung eingeatmet werden. Staubwolken sind zu vermeiden und es sollte in einem belüfteten Raum gearbeitet werden. Diese Vorsichtsmassnahme gilt dem Rohstoff, nicht der Anwendung eines Fertigprodukts.
Nicht jeder Glimmer ist für jede Gesichtszone zugelassen. Die Einschränkungen für Augenpartie und Lippen sind gemäss den Angaben des Lieferanten zu beachten.
Der Glimmer selbst ist inert und gut verträglich. Kommt es zu einer Hautreaktion, geht sie eher auf die Beschichtungspigmente zurück als auf das Mineral.
Aufbewahrung
Mineralisch und chemisch stabil, baut sich Glimmer nicht ab. Er hält sich unbegrenzt in verschlossenem Gefäss, vor Feuchtigkeit geschützt, die ihn verklumpen liesse.
Häufige Fragen
Was ist Glimmer?
Eine Gruppe blättrig aufgebauter Silikatminerale, die sich in feine, durchscheinende Lamellen spalten und Licht reflektieren.
Warum nennt die INCI mehrere Bestandteile?
Weil Glimmer oft mit Titandioxid oder Eisenoxiden beschichtet ist, die die Farbe erzeugen. Die Aufzählung bildet diese Schichtung ab.
Ist Glimmer ethisch problematisch?
Ein Teil der Produktion stammt aus handwerklichen Minen in Indien, wo Kinderarbeit dokumentiert wurde. Die Branche arbeitet an der Rückverfolgbarkeit, und synthetischer Glimmer ist eine Alternative.
Wie erkenne ich synthetischen Glimmer?
An der INCI Synthetic Fluorphlogopite, die sich von Mica unterscheidet.
Lässt er sich überall im Gesicht anwenden?
Nein. Für Augen- und Lippenpartie gelten eigene Einschränkungen. Die Kennzeichnung des Lieferanten ist zu prüfen.
Wie lange hält er?
Unbegrenzt. Ein chemisch stabiles Mineral, lediglich vor Feuchtigkeit zu schützen.
Produkte mit Glimmer
Filter
Keine Produkte, die diesen Filterkriterien entsprechen.
Kostenlose Lieferung in der Schweiz
Ab CHF 79.--
100 % sichere Zahlung
Alle Ihre Daten sind geschützt
Kundenservice, der Ihnen zuhört
info@green-shop.ch
100 % biologisch oder natürlich
Alle unsere Produkte sind zertifiziert biologisch oder natürlich.

















































