Squalan
Squalan ist ein gesättigter Kohlenwasserstoff, flüssig, farb- und geruchlos. Seine INCI lautet Squalane.
Es leitet sich von Squalen ab, einer Verbindung, die natürlich im menschlichen Talg vorkommt, wo sie einen nennenswerten Anteil der Lipidfraktion ausmacht. Man findet sie auch in mehreren Pflanzenölen — Olivenöl enthält sie in seiner unverseifbaren Fraktion — und, historisch, in der Leber bestimmter Tiefseehaie.
Squalen und Squalan: ein Buchstabe, zwei Rohstoffe
Die Unterscheidung ist wesentlich und hängt an einem einzigen Buchstaben.
Squalen, mit «e», ist das natürliche Molekül. Es besitzt sechs Doppelbindungen und ist dadurch sehr reaktiv: An der Luft oxidiert es binnen weniger Tage und wird ranzig.
Squalan, mit «a», ist seine hydrierte Form. Die Hydrierung entfernt die Doppelbindungen und macht aus einem instabilen Molekül eines der stabilsten Fette überhaupt.
Deshalb verwendet die Kosmetik Squalan und nicht Squalen: Letzteres würde sich in der Flasche zersetzen.
Das Ende der Haiherkunft
Ein Stück Industriegeschichte, das Erwähnung verdient.
Squalan wurde lange aus der Leber von Tiefseehaien gewonnen, der einzigen Quelle zu vertretbaren Kosten. Diese Herkunft, in der INCI ebenfalls schlicht Squalane genannt, warf ein Problem für den Schutz der betroffenen Arten auf.
Zwei Alternativen haben sich durchgesetzt. Squalan aus Olive wird aus der unverseifbaren Fraktion des Olivenöls gewonnen, einem Koppelprodukt der Raffination. Squalan aus Zuckerrohr, neueren Datums, entsteht durch Fermentation von Zuckern mittels modifizierter Hefen und anschliessende Hydrierung.
Die INCI unterscheidet die Herkunft nicht: Squalane steht für alle drei. Nur die Angabe des Herstellers — «pflanzlichen Ursprungs», «olive-derived», «sugarcane-derived» — gibt Aufschluss. In der europäischen Naturkosmetik ist die pflanzliche Herkunft heute die Regel, die Prüfung bleibt dennoch sinnvoll.
Verhalten in der Formulierung
Squalan ist ein Emollient mit trockenem Hautgefühl, eines der trockensten überhaupt. Es zieht rasch ein, hinterlässt keinen Fettfilm und glänzt nicht — ein sensorisches Profil nahe dem leichter Silikone, was seinen Einsatz als pflanzliche Alternative dazu erklärt.
Seine Stabilität ist aussergewöhnlich: Ohne Doppelbindung wird es praktisch nicht ranzig. Es färbt nicht, riecht nicht und stört keinen anderen Bestandteil.
Verwendet wird es von 1 bis 100 % — es lässt sich pur einsetzen — und mischt sich mit allen Pflanzenölen sowie mit Estern. Dickflüssige Öle wie Rizinus oder Avocado macht es wirksam leichter.
Anwendung in der Kosmetik
Man findet es in Gesichtsölen, Seren, Gesichtspflege und Körperpflege.
Ebenso in Haarölen und -seren, in der Lippenpflege und in Make-up-Entfernern mit Ölphase, wo seine Fliessfähigkeit das Abspülen erleichtert.
Für die Eigenherstellung lässt es sich mit Basiszutaten verarbeiten. Es ist eines der wenigen Fette, die sich ohne Vorbehalt pur verwenden lassen, und seine Stabilität macht es zu einem guten Verdünner für empfindliche Öle.
Preis und Qualität
Squalan ist deutlich teurer als gängige Pflanzenöle, da Gewinnung und Reinigung aufwendig sind.
Ein zu tiefem Preis als «mit Squalan» beworbenes Produkt verdient Aufmerksamkeit: Entweder ist die Konzentration gering, oder es handelt sich um ein Pflanzenöl, das lediglich reich an Unverseifbarem ist — was nicht dasselbe ist.
Vorsichtsmassnahmen
Squalan gehört zu den bestverträglichen kosmetischen Inhaltsstoffen. Seine Zusammensetzungsnähe zum menschlichen Talg erklärt diese Verträglichkeit.
Reaktionen sind sehr selten. Bei einer Hautreaktion ist die Anwendung abzubrechen und ärztlicher oder dermatologischer Rat einzuholen.
Aufbewahrung
Es ist das lagerstabilste Fett im Sortiment, noch vor Jojoba. In verschlossener Flasche, vor Licht geschützt, hält es mehrere Jahre, ohne ranzig zu werden. Ein Antioxidans braucht es nicht.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Squalen von Squalan?
Squalen ist das natürliche, sehr instabile und oxidationsanfällige Molekül. Squalan ist seine hydrierte, stabile Form — jene für die Kosmetik.
Stammt Squalan immer vom Hai?
Nein. Pflanzliche Herkunft — Olive oder Zuckerrohr — ist in der Naturkosmetik heute die Regel. Die INCI unterscheidet nicht, nur die Herstellerangabe gibt Aufschluss.
Wie ist die Textur?
Ausgesprochen trocken, mit rascher Aufnahme und ohne Fettfilm. Eines der trockensten Emollients überhaupt.
Lässt es sich pur anwenden?
Ja, ohne Vorbehalt. Es wird je nach Formulierung von 1 bis 100 % eingesetzt.
Wie lange hält es?
Mehrere Jahre. Ohne Doppelbindung wird es praktisch nicht ranzig und braucht kein Antioxidans.
Warum ist es teuer?
Gewinnung und Reinigung sind aufwendig, ob aus Olive oder Zuckerrohr.
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